Schwarzbarsch-Trip 2025
Es war mal wieder soweit. Henning, Eric und ich planten den nächsten Trip nach Italien zum Schwarzbarschangeln. Eric war neu im Bunde bei uns und ersetzte bei dieser Tour Kevin, der leider keine Zeit hatte. Und er ersetzte ihn würdig, so viel verrate ich schonmal.
Wir haben den Angel-Urlaub weit im Voraus geplant und haben uns dazu einige Male vorher getroffen um dem “Italien-Neuling” Eric unsere ersten Erfahrungen mit dem Lago di Mergozzo darzulegen. Das Datum der Reise wurde von uns auf den 15. Juni bis zum 21. Juni 2025 (Direkt nach der Schonzeit) festgelegt und jeder von uns hat zeitgerecht seinen Urlaub eingereicht. Das macht man natürlich nur, wenn man vorher die Verfügbarkeit der Übernachtungsbuden abgeklärt hat… wie sich allerdings herausstellte gestaltete sich das schlussendlich doch alles schwieriger als gedacht. Durch einige Missverständnisse hat vorerst unser Ursprungsplan nicht funktioniert. Ich hatte recht früh ein Mobilheim direkt am See bei unserem Guide von der ersten Tour angefragt. War verfügbar, ich hab geschrieben, dass wir es nehmen. Die Nachricht ist allerdings untergegangen, sodass bei meiner zweiten Kontaktaufnahme bei Marco (M2 Bass Fishing) die Seifenblase vorerst zerplatze, da er keine Unterkünfte mehr frei hatte. Ich hatte daraufhin alle anderen Campingplätze am See kontaktiert. Eine weitere Zusage hatte ich bekommen (wir hätten die Hälfte mehr bezahlt als bei Marco… hätten wir aber in Kauf genommen), allerdings als sie erfahren haben, dass wir Angler sind, ging das Rumgeeier los und schlussendlich habe ich die Antwort bekommen, dass sie doch nichts mehr frei hätten. Ich habe zu einem späteren Zeitpunkt erfahren, dass der Campingplatzbetreiber kein Fan von Anglern ist. Ich hatte viele, viele weitere Anfragen gestartet und wurde dann anscheinend mit dem “Glück des Tüchtigen” belohnt und bekam eine Nachricht von Marco, dass er doch noch ein Mobilheim für uns hat, da jemand abgesagt hatte. Man waren wir glücklich. Direkt am See, eine Woche, geil!
Einige Treffen, Tackle-Talks, Bestellungen und massig Vorfreude später, stand Eric am Abend der Abreise mit seinem Bus bei mir vor der Tür. Der Plan war es, dass wir den Anhänger mit den Kajaks anhängen, Koffer und Tackle einladen und dann Henning abholen wollten. Allerdings verfolgte uns das Pech… Die Beleuchtung des Anhängers machte keinen Mucks an Erics Ford Transit. Und das obwohl ich den Stecker der Beleuchtung ganz frisch hab neu machen lassen eine Woche zuvor. Daran lag es allerdings auch nicht, sondern es lag ein Defekt an Erics Anhänger-Steckdosen-Elektronik vor. Wir, die kaum bis wenig Ahnung von Autos hatten, recherchierten dann und suchten im Netz nach der Fehlerursache. Inzwischen war auch Henning zu uns gestoßen… Wir fanden, gefühlt, 100 Schaltpläne von verschiedenen Steuergeräten in Erics Auto… keiner war augenscheinlich der Richtige. Als wir dann die Sicherungen prüften, knallten uns auch noch die Birnen der Scheinwerfer durch. Während wir weiter recherchierten und probierten, besorgte Henning neue Birnen, kurz bevor die lokalen Tankstellen schlossen. Es stellte sich heraus, dass wir keine andere Wahl hatten als mein Auto zusätzlich zu nehmen. Das bedeutete dann zwar einige Hunderte Euro höhere Sprit- & Vignettenkosten, aber das war das kleinere Übel im Vergleich dazu, dass wir die Tour absagen mussten… On the road waren wir dann um 22:45 Uhr (3 h Verspätung) und wir kamen soweit auch ganz gut durch, bis die Müdigkeit dann in der Schweiz so richtig “reinkickte”. Unser Plan war ursprünglich, dass wir drei Fahrer uns bei Erics Bus abwechseln könnten. Bei zwei Fahrzeugen allerdings schwieriger. Eric pennte also eins, zwei Stündchen auf einer schweizer Raststätte und Henning übernahm das Steuer meines Autos. Wir sollten also etwas früher in Italien sein als Eric… allerdings wurden auch wir wieder ausgebremst, denn wir hatten die Spanngurte unseres “Kajak-Anhängers” nicht ganz korrekt montiert, sodass sich das Gestänge verbog und wir einige Schweißperlen auf der Stirn hatten, ob wir die letzten 100 Km sicher absolvieren konnten. An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank an meinen Kumpel Marcel, der mir bei dem Anhängerumbau geholfen hat.



Bei unserer Anreise fuhren wir viele Km am Lago di Maggiore entlang und konnten einige Zeit die Schönheit der italienischen Natur genießen. Die Straßen waren allerdings genau das Gegenteil, was mich mehr in den Rückspiegel zu dem “angeknacksten” Anhänger schauen ließ, als auf die Straße und die Natur. Aber Ende gut, alles gut. Wir kamen unbeschadet am Campingplatz von Marco an und konnten unser Auto mit Anhänger direkt vorm Mobilheim parken. Etwas über eine Stunde später kam dann auch Eric an. Jetzt konnte der Spaß offiziell beginnen.

Nach unserem Italy-Begrüßungs-Bier gibt es für euch natürlich noch eine kleine Room-Tour von unserem Pracht-Domizil für die nächste Woche 😊




Klein, aber fein…
Erstmal alles ausladen, Tackle und Kajaks/Belly Boot ready machen und dann bei Marco die Angelerlaubnisse holen. Er hat uns mal wieder super unkompliziert geholfen, da die italienischen Behörden die Angelkartenausgabe nur noch online anbieten, allerdings ausschließlich in Italienisch, hat Marco für uns übersetzt. Kosten für die Lizenz: Ich glaube es waren 60 € für die Woche mit Boot. Danach stand uns nichts mehr im Weg und wir wollten gern noch ein paar Stunden angeln. Es war super warm und schwül, wir konnten in Badehosen aufs Kajak. Erstmal wollten wir Eric die Spots am kleinen Städchen Mergozzo zeigen, direkt zwischen den angeleinten Booten und am Steilufer entlang. Als wir schon Massen von Futterfischen gefunden hatten und den ein oder anderen zaghaften Anfasser verbuchen konnten, hörten wir das erste leise Donnergrollen. Wie Henning und ich schon bei dem ersten Trip gelernt haben, wechselt das Wetter hier sehr schnell… deshalb “Safety first” und ab zurück zum Mobilheim. Gut 10 Minuten mussten wir zurück fahren. Als wir mitten auf dem See waren, hatten wir in einer Entfernung, an der Bergspitze, die ersten massiven Blitze gesehen und der Regen wurde immer stärker. Gerade noch rechtzeitig zurück und das Angeln war für Tag 1 erstmal beendet.

Wir ließen den Abend ausklingen und kümmerten uns weiter um unser Angelgerät und schmiedeten Pläne für die kommenden Tage, bei dem ein oder anderem kühlen Bier.

Am kommenden Tag stand ersteinmal eine Einkaufstour auf dem Programm um uns möglichs viel Proviant für die kommenden Angeltage zu besorgen.

Hat funktioniert und wir haben selbstverständlicherweise schnell Prioritäten setzen können 😊
Die darauffolgenden Tage sind relativ einfach zusammengefasst. Pure Erholung und Anglerglück!




Wir konnten morgens schon in Badehose und UV-Shirt ins Wasser gehen um in unsere Kajaks bzw. Eric in sein Belly Boot zu steigen… die Temperaturen waren wirklich hoch und das Wasser sehr angenehm. Dementsprechend war natürlich der Badebesucher-Ansturm recht hoch. Aber das störte uns nicht, da wir genug Fläche zum Ausweichen hatten. Morgens konnten wir an verschiedenen Stellen Fische bis teilweise Mitte/Ende 30 cm auf Topwater-Köder fangen. Hierbei hatten Popper die Nase vorne. Meist war es so, dass einer bis zwei Fische bissen, danach war der Spuk vorbei und die übrigen, meist größeren Fische (konnte man gut im klaren Wasser sehen), waren gewarnt und bissen nicht mehr. Dann konnte man den Bereich verlassen oder es mit anderen Methoden versuchen.




Bei diesem Trip gab es so gut wie keine Mehtode, die nicht gefangen hat, aber eindeutig die beste Methode war mal wieder der Wackywurm und einige Krebsimitate, wie der Noike Smokin Dad am Free Rig oder am Texas Rig. Einzig die Fischgrößen ließen dieses Mal in Masse zu wünschen übrig, aber das ist Jammern auf hohem Niveau bei so viel Erholung, welche uns der Trip gebracht hat.




Dazu kam bei mir noch ein wirklich geiler 45 cm Flussbarsch. Da habe ich nicht schlecht geguckt, da ich damit absolut nicht gerechnet habe. Auch wenn es ein mega genialer Fisch ist, aber dafür bin ich nicht nach Italien gefahren 🙂 ein Bass in der Größe wäre mir lieber gewesen 🙂







Ein paar einzelne schöne Fische konnten wir aber Fangen. Eric und ich konnten die 40+ beim Blackbass knacken und Henning kam nah dran.

























Am letzten Abend sind wir nochmal schön Essen gegangen und haben die Abendstimmung in dem kleinen Städchen Mergozzo genossen. Zufälligerweise war in dem kleinen Ort richtig was los, haufenweise Menschen, die einer kleinen Modenschau zuschauten und die Models anfeuerten und applaudierten. Tolle Stimmung, die diesem Trip wirklich gerecht wurde. Ein herrlicher Trip ging zu Ende und wir sind sicher, dass wir alsbald wiederkommen werden. Ich haue euch hier noch einen Schwung Fotos rein, damit ihr hoffentlich genauso fasziniert von diesem schönen Fleckchen Erde sein könnt, wie ich es immer wieder bin….






