Ufertour am Niddastausee

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Nachdem wir einige ernüchternde Tage an unserem Hausgewässer verbracht haben, haben wir uns gedacht wir versuchen es mal an einem uns fast unbekannten Gewässer. Die Niddatalsperre im schönen Vogelsbergkreis sollte unser Ziel sein. Mal ohne Boot, ohne großartige Vorbereitung, mit leichtem Gepäck und mit viel Spaß und Gelassenheit.

Da man sich aktuell nur mit zwei Haushalten treffen darf könnten wir nicht mit, wie sonst gewohnt, einer größeren Gruppe Angelbuddies starten. „Nur“ Henning und ich waren also am Start. Der Plan war locker leicht um 8 Uhr morgens die rund 140 km in Angriff zu nehmen. Das Navi sagte knapp 2h Fahrtzeit – puh, das wird eine Eierei 🙂  Wir haben geplant die Abendstunden mitzunehmen und es gezielt auf Zander zu versuchen sollte sich abzeichnen, dass Aktivität an der Talsperre herrscht.

Die Autofahrt wurde begleitet von netten Gesprächen bei den feinsten House-Beats und so gingen die 2h Fahrt schnell rum. Die angesagten niedrigen Temperaturen und der stärker werdende Wind war irgendwie nicht vorhanden und so konnten wir die erste Schicht Klamotten getrost im Auto lassen. 

Die Erlaubnisscheine haben wir uns ganz komfortabel per Handyapp an diesem Morgen gekauft.

Wir konnten zuvor schon in Erfahrung bringen, dass „etwas weniger Wasser“ in dem Stausee ist, als wir allerdings das erste Mal am Ufer standen waren wir doch verwundert, wie viel „etwas weniger“ tatsächlich ist.

Gefühlt waren das 10 Meter Wasser, die nicht da waren. Was etwas schade war, war, dass die wirklich interessante, steinige Uferstruktur nun nicht mehr unter Wasser lag. Genau bei diesen Steinen wollten wir eigentlich am Abend die Zander mit Wobblern zum Beißen überzeugen. Naja mal schauen… wir waren ja erst am Anfang des Tages.

Wir fingen beide erstmal mit kleineren Ködern an – ich mit einem 9 cm Gator Gum und Henning mit einem 7,5er Noike Wobbleshad – in natürlichen Farben, denn das Wasser war wirklich klar. Die Vorzeichen standen an diesem schönen Morgen ganz und gar auf Barsch. Diese galt es aber ersteinmal zu finden.

Um uns ein Bild von den Unterwassergegebenheiten zu machen haben wir erstmal mit 10 gr. schweren Jigköpfen den Grund abgeklopft. Schnell wurde klar, dass es uns die fehlenden Meter Wasser nicht leichter machen würden. Dadurch, dass wir nun einige Meter weiter an den steilen Abbruchkaten des „Kessels“ (den tiefsten Stellen) standen waren die Absinkphasen auf maximaler Wurfdistanz echt lang und je näher wir ans Ufer kamen immer kürzer, da wir die steile Kante hochjiggten. Dazu muss ich sagen, wenn die Staumauer das Nordufer darstellt haben wir am Ostufer (Campingplatz-Seite) begonnen. Der Plan war dieses Ufer bis zum verspäteten Mittag „abzuackern“ und dann in eine stärkende Mittagspause zu gehen.

Wir haben rechts vom Bootssteg angefangen und wollten uns zuerst Richtung Staumauer vortasten. Da an diesem Tag wirklich viel los war am See, sowohl Spaziergänger und andere Erholungssuchende als auch viele Vertreter der Anglerschaft, konnten wir nicht so viele Stellen beangeln, wie wir uns das vorgenommen hatten. Nach einem kurzen Gespräch mit einem einheimischen Angler hatten wir die Hoffnung, dass wir bald ein paar Barsche fangen könnten. Die Infos, die wir bekommen haben waren, dass es momentan nicht so einfach am See ist, aber dennoch die vergangene Woche vor unserem Besuch gute Fänge erzielt wurden.

Ca. zehn Minuten später und 100 Meter weiter konnte ich mich tatsächlich schon mit einem knapp 30er Barsch entschneidern. Im Mittelwasser hat sich der Barsch besagten Gator Gum in der Farbe Motoroil einverleibt. Na das geht doch gut los. Jetzt hatten wir Hoffnung. Henning und ich schmissen unsere Köder immer wieder an die Stelle des Erfolges …. Leider erfolglos…. Da der Barsch auf maximaler Wurfdistanz biss war unsere Theorie, dass die Barsche noch weiter draußen standen und ich nur einen „Ausreißer“ erwischt hatte. Dann mussten wir eben weiter Strecke machen.

Als es bis zu Staumauer keine weiteren Bisse gab beschlossen wir umzudrehen und den Bootssteg zu überholen (da ist das Angeln nicht erlaubt) und es direkt auf der anderen Seite des Steges Richtung flacheres See-Endes zu versuchen. Wir änderten die Taktik ein wenig. Einer von uns hat etwas größere Köder (42 Noike Wobble Shad & 5“ Noike Smokin Swimmer) und der andere weiterhin 3“ Köder geworfen um zu sehen, ob die Barsche eventuell etwas größere Happen bevorzugen.

Was soll ich sagen … etwas haben wir gefangen … der Plan mit den größeren Ködern ist voll aufgegangen … NICHT.

Bis hierhin war es wirklich ernüchternd. Wir hatten jetzt knapp 14 Uhr und wir beschlossen erstmal, dass Henning die Kochschürze anschmiss und uns ein 3-Sterne-Ravioli-Menü zaubert.

Das tat wirklich gut. Gestärkt liefen wir über die Staumauer um uns die in unseren Augen „stärkere“ Westseite der Talsperre vorzunehmen. Was sich nicht einfach gestaltete, denn anscheinend haben viele Angler erst ausgeschlafen bevor sie der Talsperre ebenfalls einen Besuch abgestattet haben. Die Uferseite war wirklich voll und wir wollten natürlich nicht unhöflich sein und uns in Wurfweite zu anderen Spinnfischern stellen. Wir haben aufgrund der aktuellen Corona-Lage auch auf weitere Kontaktaufnahmen verzichtet und haben uns immer mal eine größere Lücke zwischen den „2er Angelpaarungen“ gesucht. Leider gab es da nicht so viele, sodass wir wenig Strecke machen konnten und die Stellen eher mit einigen Köderwechseln ausangelten.

Schnell wurde uns klar, dass das nicht erfolgversprechend war. In der Dämmerung wurde es dann zunehmend schwieriger, da aufgrund der Angleranzahl die kaum vorhandene Steinpackung nicht großflächig abgeangelt werden konnte.

Machen wir es kurz: Wir haben leider nicht einen einzigen weiteren Biss verzeichnen können. Wir sind dann im Dunklen gemütlich wieder ans Auto gelaufen und haben die Heimreise angetreten. Wir haben unseren Zanderplan erstmal auf Eis gelegt und beschlossen den See nochmal bei hohem Wasserstand zu besuchen und dann zu schauen ob die Fische beißwilliger sein werden.

Alles in allem war es zwar kein fischreicher Tag, aber trotzdem ein sehr spaßiger und entspannender Tag bei tollem Wetter.