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Drop-Shot Erfahrungen

Als erstes Thema in meiner Rubrik „Know-How“ möchte ich euch meine eigene Vorgehensweise bei verschiedenen Drop-Shot Montagen zeigen. Ich möchte hier keineswegs das Rad neu erfinden, sondern zeigen, was sich im Laufe der Zeit bei mir als effektiv herausgestellt hat.

ds rig fertig

Auf folgende Themen möchte ich eingehen:

•Welche Materialien werden für die Montage benötigt?
•*Welches Vorfachmaterial?
• *Welche Haken?
• *Welches Blei?
•Welcher Knoten wird benutzt?
•Wie kann die Montage an verschiedene Bedingungen angepasst werden?
•Welche Köder können verwendet werden?
•Wie können Köder montiert werden?
•Welches Angelgerät verwendet man?
•Warum eigentlich Drop-Shot?

Das Vorfach:

Zum Binden eines Drop-Shot Rigs benötigen wir je nach Erfordernissen Fluo Carbon als Vorfachmaterial (und ggf. auch Stahlvorfach, aber dazu später mehr). Die Stärke des „Fluos“ richtet sich nach den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort eines jeden Anglers. Sollte man es oft mit sehr kapitalen Fischen zu tun bekommen muss das Vorfach natürlich deutlich stärker ausfallen (ca. 0,35er – 0,45er) als wenn man „nur“ auf halbstarke Barsche fischt (0,21 -0,32er). Ein weiterer Faktor, den man beachten sollte ist, ob es eventuell Hindernisse im Wasser gibt, die ein zu dünn gewähltes Vorfach negativ beeinflussen könnten (Muschelbänke, Steinpackungen, sonstige Gegenstände unter Wasser).

Sammelsorium2

Die Haken:

Wichtig bei den verwendeten Haken ist, dass die Hakenöse gerade zum Hakenschenkel (oder nur ganz leicht abgeknickt) verläuft. Die Form der Haken sieht meist so aus:

haken

Für größere Köder benutze ich sehr gerne Haken aus der Meeresangelei, denn diese weisen einen langen Hakenschenkel auf und dazu meist noch einen weiten Hakenbogen. Die Montage des Gummifisches sieht dann ähnlich wie die an einem Jigkopf aus.

Besonders wichtig ist (wie eigentlich immer beim Angeln), dass die Haken besonders scharf und hochwertig sind. Beim Barschangeln kann es schon häufig vorkommen, dass wenn man einmal den Schwarm gefunden hat wir mehrere „Zig“ Fische haken können. Verwendet man besonders hochwertige Haken hat man nach dem Fangen vieler Fische meist keine oder Kaum „Schärfeeinbuße“ am Haken und kann weiterhin viele Fische fangen. Bei minderwertigen Haken haben wir neben den schnellen Abnutzungserscheinungen auch das Problem, dass sie meist recht schwer sind und somit das Schweben bzw. das horizontale Abstehen des Köders vom Vorfach negativ beeinflusst wird.

Eine kleine Zusammenfassung: Kauft hochwertige, scharfe & zugleich leichte Haken!

Das Gewicht:

Aus der Bleiwahl sollten wir meines Erachtens keine Wissenschaft machen. Es gibt verschiedene spezielle Drop-Shot Bleie am Markt, bei denen die angebrachte Öse sich etwas von„normalen“ Bleien unterscheidet.

Diese Öse ist so konzipiert, dass man am Wasser recht schnell ein anderes oder einfach nur schwereres/leichteres Blei tauschen kann. Man kann auch sagen, dass dieser Ösenclip eine Art Schnellwechselvorrichtung & Tiefenanpasser ist. Man kann mit diesem Clip natürlich auch die Tiefe bzw. den Abstand vom Köder zum Grund regulieren indem man das Blei einfach nach oben (Richtung Köder) oder unten (Richtung Grund bzw. Schnurende) versetzt. Neben Blei gibt es auch noch ein anderes Material, was in Frage kommt: Tungsten. Der Unterschied zu Blei ist, dass dieses Material eine höhere Dichte hat, sodass ein gleich schweres Tungsten deutlich kleiner als ein Blei ist.

Blei verstellt2_Collage

Wer seine Gegebenheiten am Wasser kennt oder die Mühe nicht scheut ein paar Sekunden länger zu montieren kann natürlich auch ein einfaches Birnenblei mit normaler Öse verwenden (& dann eben die Schnur anknoten).

Ein sogenanntes Stabblei verwenden wir, wenn wir steinigen, hindernisreichen Grund haben, da sich dieser„Stab“ nicht so leicht in den Ritzen der Hindernisse verkannten kann. Ein Kugelblei hingegen wird gern bei schlammigem und sandigem Grund verwendet, da dieses nicht so leicht versinkt.

Der Knoten:

Jeder der sich schonmal mit dem Thema „Drop-Shot“ beschäftigt hat weiß, dass es im Laufe der Jahre einige Knoten gegeben hat, die für diese Methode angepriesen wurden. Da es euch sicherlich nicht interessiert, wie viele Knoten es gibt möchte ich nur den praktischsten und m.M. nach den besten Knoten zum Anbringen des Hakens anhand von einer kleinen Bilder-Bindeanleitung zeigen.

Wichtig dabei ist, dass der Haken in einem 90° Winkel zur Vorfachschnur steht.

ds knoten1

Die Schnur von unten durch das Hakenöhr fädeln…

ds knoten 2

Eine Schlaufe legen…

ds knoten 3

Den Haken an die obere Position in der Schlaufe führen…

ds knoten 4

Den Haken (ca.5-7x) um die eigene Achse durch die Schlaufe drehen…

anschließend einfach an den beiden Schnurenden ziehen (vorher anfeuchten) und den Knoten somit festigen.

ds knoten fertig_Collage

Besondere Gegebenheiten:

Diese Montage ist wirklich effektiv für Barsch & Zander. Wenn es jedoch einen guten Bestand an Hechten im Gewässer gibt stößt diese Montage schnell an ihre Grenzen, zumindest so, wie ich sie oben beschrieben habe. Daher haben sich schlaue Leute Gedanken gemacht und ein Stück Stahlvorfach an den oberen Teil der Montage angebracht.

Im Falle einer Hechtattacke kann der Köder nun inhaliert werden ohne, dass wir Gefahr laufen einen Abriss durch die vielen Zähne im Hechtmaul zu riskieren.

Wie eine solche Montage aussieht seht ihr hier: Die Köder:

Ihr werdet jetzt hoffentlich nicht von mir erwarten, dass ich jeden Köder aufzähle und erkläre, die sich für das Drop-Shotten eignen … ich glaube, dann sind wir Ostern noch nicht fertig.

Ein paar verschiedene Drop-Shot-Köder möchte ich euch aber nicht vorenthalten:

Montage der Köder:

Die gängigsten Anköderungsvarianten sind sicherlich die „Nose hooked“-Variante und das Aufziehen des Köders auf den Hakenschenkel, ähnlich wie beim Aufziehen des Köders auf einen Jigkopf.

Unter „Nose Hooked“versteht man, dass man den Köder nur mit der „Nase“ auf den Haken aufzieht.

nose1_Fotor_Collage

Da die meisten Attacken auf den Kopf des Köders gerichtet sind werden wir in fast allen Fällen den Fisch haken können. Wenn der Gummifisch durch die Nase angeködert wurde hat er ebenfalls eine Bewegungsfreiheit nach links und rechts (horizontal gesehen) und kann an manchen Tagen das Zünglein an der Waage sein.

Wenn der Köder auf den Hakenschenkel aufgezogen wird steht er meist ruhiger und kontrollierter im Wasser, was oft in der Kalten Jahreszeit erfolgversprechend sein kann.

Köder_aufziehen1

Köder_aufziehen2

Köder_aufziehen3

Köder_aufziehen4

Köder_aufziehen5

Weitere Montagemöglichkeiten sehen wie folgt aus:

Anköderungsvarianten

Angelgerät:

Ich verwendet zum Drop Shotten am Ufer mit kleinen bis mittelgroßen Ködern (bis 12cm) gern eine (Drop-Shot-)Rute mit weicher (sensibler) um die Bisse besser sehen/fühlen zu können.Diese Rute hat idealerweise bis ca. 35gr. Wurfgewicht. Diese Rute hat eine Länge von 270cm, denn ich möchte vom Ufer einen möglichst großen Winkel zum Gewässerboden haben.

Greys

Rote Spitze 4

Rote Spitze

Kommen größere Köder zum Einsatz oder es ist vermehrt mit kapitalen Fischen zu rechnen verwende ich eine Rute mit stärkerem Rückgrat um die Fische sicher und risikofrei drillen zu können. Hier kommt eine 252cm lange Hearty Rise Egi Collector 832H zum Einsatz. Diese Rute hat ein angegebenes Wurfgewicht bis zu 40gr. Und besagtes hartes Rückgrat. Daher kann sie auch zum gezielten Hecht-Drop-Shotten verwendet werden.

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Wenn ich mal vom Boot aus unterwegs bin verwende ich meist eine kürzere Rute um direkt unterm Boot fischen zu können. Außerdem ist das Handling auf dem Boot dadurch angenehmer und weniger stressig. Hier verwende ich eine Hearty Rise Marvelous in 220cm Länge oder eine Evolution in 182cm Länge (kleinere Köder bzw. weniger Blei). Sollte es mal etwas „schwerer“ zugehen nehme ich meine Fox Rage V-Jig (195cm) Vertikalrute oder die HR Sylphy II in 195cm.

Als Rolle funktionieren alle Modelle in einer 2500er Größe wunderbar. Geflochtene Schnur ist Standard!

Warum Drop-Shot?

Man kann mit der Drop-Shot Methode den Köder sehr genau und lange in einer potenziell fängigen Zone präsentieren. Auch beißfaule Räuber kann man so lange „reizen“ bis der Köder attackiert wird. Diese Methode spielt ihre Stärken natürlich eindeutig im Winter aus, da man sehr langsam fischen kann, aber auch an Buhnen oder Brückenpfeilern wo man die Räuber vermutet. Traut euch ran und ihr werdet eine Menge Spaß haben.

In diesem Sinne Petri Heil!

leichte Montage1